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Kfz-Versicherung wechseln: Was muss man beachten?

Das ist für Sie wichtig

  • Der 30. November gilt als Stichtag für den Versicherungswechsel
  • Erst kündigen, wenn die neue Police da ist
  • Achten Sie weiterhin auf die fortlaufende Kaskoversicherung

Wann kann ich die Kfz-Versicherung wechseln?

Kfz-Versicherungspolicen werden in der Regel für ein Jahr abgeschlossen. In den meisten Fällen entspricht dieses genau dem Kalenderjahr. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Aus diesem Grund gilt der 30. November allgemein als Stichtag für den Kfz-Versicherungswechsel. Spätestens dann sollte die Kündigung beim Versicherer eingegangen sein. Auf den Poststempel kommt es in diesem Fall nicht an, der Versicherer muss bis zu diesem Datum von Ihrem Kündigungswunsch Kenntnis haben. Um die Frist zu wahren, können Sie die Kündigung zusätzlich per Fax senden. Verpassen Sie die Frist, verlängert sich Ihre Police automatisch um ein Jahr.

“Versenden Sie Ihre Kündigung per Einschreiben, um sicherzustellen, dass der Versicherer sie auch erhält.”

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Außerhalb der regulären Kündigungsfrist gilt ein Sonderkündigungsrecht. Nach einem Schadensfall können sowohl Sie als auch das Versicherungsunternehmen davon Gebrauch machen. Hierfür beträgt die Frist nur vier Wochen. Dennoch: Häufig lohnt es sich, bis zum Jahresende zu warten, um die Autoversicherung zu wechseln, da die Versicherer in diesem Zeitraum mit zahlreichen Rabatten um Kunden buhlen.

„Nach jedem Schadensfall können Sie die Kfz-Versicherung fristlos kündigen.“

Das Sonderkündigungsrecht gilt außerdem bei

  • Beitragserhöhungen durch den Versicherer ohne eine angemessene Leistungserweiterung Ausnahme: Der Gesetzgeber veranlasst eine Erhöhung
  • Beitragserhöhung durch den Wechsel der Typklasse
  • Beitragserhöhung durch den Wechsel der Regionalklasse
    Ausnahme: Die Regionalklasse ändert sich, weil Sie umgezogen sind. In diesem Fall haben Sie die Änderungen verursacht.
  • einem Fahrzeugwechsel
  • der Abmeldung/Verschrottung eines Kfz

Achtung: Wenn Sie Ihr Fahrzeug verkaufen, besteht für Sie kein Sonderkündigungsrecht. Die Police wird automatisch auf den neuen Besitzer übertragen. Mit dieser Regelung soll der lückenlose Versicherungsschutz gewährleistet werden. Der neue Besitzer kann allerdings innerhalb von vier Wochen die Police kündigen.

Worauf sollte man beim Versicherungswechsel achten?

Es ist „ganz einfach“, die Autoversicherung zu wechseln – so zumindest das Werbeversprechen vieler Versicherer am Jahresende. Theoretisch stimmt das auch, wenn man einige wichtige Dinge beachtet:

  • Läuft der Vertrag tatsächlich zum 31. Dezember aus?

Die meisten Kfz-Versicherungspolicen laufen zum 31. Dezember aus, aber nicht alle. Wenn Ihr Vertrag beispielsweise erst Ende April ausläuft, gilt für Sie der 30. Januar als Stichtag. Vergewissern Sie sich deshalb, wann ein volles Versicherungsjahr in Ihrem Fall endet.

  • Bietet der neue Versicherer auch die Kaskoversicherung an?

Autoversicherer sind gesetzlich dazu verpflichtet, jedem Kunden eine Haftpflichtversicherung zu bieten, die Teil- und Vollkaskoversicherung ist davon aber ausgenommen. Versicherer können Kunden auch ablehnen. Aus diesem Grund sollten Sie sich vergewissern, dass die gewünschte Kaskoversicherung auch beim neuen Anbieter möglich ist.

  • Welche Schadenfreiheitsklasse haben Sie aktuell?

Vermeiden Sie Überraschungen bei der Übernahme der Schadenfreiheitsklasse. Hin und wieder unterscheidet sich die aktuelle Einstufung von der Angabe in der alten Police. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Ihr bisheriger Versicherer Sonderkonditionen und Rabatte gewährt oder der letzte Schadensfall noch nicht eingerechnet wurde. Eine Rückstufung gilt erst ab dem nächsten Versicherungsjahr.

Wenn Sie die Kfz-Versicherung wechseln und dazu Angebote vergleichen möchten, erfragen Sie Ihre aktuelle Schadenfreiheitsklasse am besten bei Ihrem bisherigen Versicherer. Nur mit korrekter SFK schützen Sie sich vor Überraschungen beim Versicherungswechsel.

Sparen durch Schadenfreiheitsrabatt und Rabatt-Retter

“Bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung können sie im Jahr mehr als 100 Euro sparen.”

Prozentsatz der gespart werden kannEgal, ob Sie fristlos oder zum Ablauf des Versicherungsjahres die Autoversicherung wechseln, in beiden Fällen können sie viele Prozente sparen. Besonders rund um die Schadenfreiheitsklasse, also der Anzahl Ihrer unfallfreien Fahrjahre, lassen sich bei einem Anbieterwechsel Kosten sparen. Schadenfreiheitsrabatte und der Rabatt-Retter haben hier einen großen Einfluss.

Nehmen wir an, sie haben einen Unfall verursacht. Ihr bisheriger Versicherer bietet keinen Rabatt-Retteran. Ihre Schadenfreiheitsklasse wird also zurückgestuft, die Versicherungsprämie steigt. Bei einem anderen Anbieter sind die Prozente in derselben SFK jedoch geringer. Wenn Sie jetzt Ihre Autoversicherung wechseln, profitieren Sie zukünftig von günstigeren Beiträgen.

Was ist ein Rabatt-Retter?

Der Rabatt-Retter ist eine Leistung der Versicherer, mit der Sie in der SFK nicht zurückgestuft werden, wenn Sie einen Unfall verursachen. Wird stattdessen der Zeitraum für unfallfreies Fahren einfach weiter gezählt, sparen Sie erheblich bei den Beiträgen.

Ein einfaches Beispiel: Sie sind 15 Jahre unfallfrei gefahren und damit in der SF-Klasse 15 mit je 35 % Schadenfreiheitsrabatt für die Haftpflicht und die Vollkasko-Versicherung. Bei einem selbst verschuldeten Umfall droht Ihnen normalerweise eine Rückstufung um bis zu neun Stufen. Im kommenden Versicherungsjahr würden Sie durchschnittlich 44 % bei beiden Versicherungen zahlen, eine erhebliche Beitragserhöhung. Erst in neun weiteren unfallfreien Jahren wären Sie wieder bei Ihrer alten Prämie. Zählt die SFK jedoch weiter, behalten Sie nicht nur günstige Prämien, sondern reduzieren diese sogar noch.

Was ist der Schadenfreiheitsrabatt?

Die Schadenfreiheitsklassen sind gesetzlich vorgeschrieben, das heißt: Sind Sie ein Jahr gefahren, ohne einen Unfall gemeldet zu haben, steigt Ihre SF-Klasse um 1. Unfallfreies Fahren belohnen Autoversicherer mit günstigeren Prämien, nämlich durch den Schadenfreiheitsrabatt. Dieser gibt an, wieviel Sie vom Versicherungsbeitrag bezahlen müssen.

„Je höher die Schadenfreiheitsklasse, desto günstiger die Versicherungsprämie.“

Kombination aus Rabatt-Retter und SF-Rabatt spart 100 Euro im Jahr

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie effektiv Sie bei einer Kombination aus Rabat-Retter und SF-Rabatt sparen können.

Wir führen das Beispiel von oben fort: Die volle Versicherungsprämie für die Haftpflichtversicherung liegt bei 1000 Euro im Jahr. Sie melden 2014 einen Schadensfall nach 15 Jahren unfallfreiem Fahren und werden ohne Rabatt-Retter um neun Klassen heruntergestuft.

Jahre SFK ohne Rabatt-Retter SF-Rabatt Prämie
2015 6 43 – 50 % 430 – 500 €
2016 7 41 – 48 % 410 – 480 €
2024 15 30 – 37 % 300 – 370 €

 

Jahr SFK   mit Rabatt-Retter SF-Rabatt Prämie
2015 15 30 – 37 % 300 – 370 €
2016 16 30 – 36 % 300 – 360 €
2024 24 25 – 31 % 250 – 310 €

Im Beispiel entsteht allein für die Haftpflichtversicherung ein Unterschied von 50 bis 60 Euro jährlich. Kommt eine ähnliche Ersparnis zustande, wenn sie die alle Kfz-Versicherungen wechseln (also auch die Kasko), sparen Sie im Jahr 100 Euro oder mehr.

Teil- oder Vollkasko – Was lohnt sich wirklich?

Die Kaskoversicherungen sind freiwillige Versicherungen. Sie lohnen sich aber für fast alle Autofahrer. Dabei gilt im Allgemeinen:

  • Die Teilkasko lohnt sich für gepflegte, ältere Fahrzeuge, mit einem hohen Restwert.
  • Die Vollkasko wird vor allem bei Neuwagen, aber auch Kfz von bis zu fünf Jahren gewählt.

Die Teilkasko deckt fremdverschuldete Schäden ab durch:

  • Unfälle
  • Diebstahl
  • Brand oder Explosion
  • Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung
  • Haarwildschäden
  • Glasbruch
  • Kabelschäden durch Kurzschluss

Die Vollkaskoversicherung deckt alle Schäden der Teilkasko ab. Hinzu kommen außerdem noch Schäden durch:

  • Selbst verursachte Unfälle (außer bei grober Fahrlässigkeit)
  • Fehlende Haftbarkeit und
  • Zahlungsunfähigkeit des Unfallverursachers
  • Unbekannte Unfallverursacher beziehungsweise Vandalismus

In drei Schritten die Autoversicherung wechseln

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, die Kfz-Versicherung zu wechseln, sollten Sie die folgenden Schritte sorgfältig planen. Eine Checkliste hilft, alles im Blick zu behalten.

1. Angebote vergleichen

Liste mit AngebotenZunächst sollten Sie Ihren bisherigen Tarif auf verbesserungswürdige Konditionen prüfen. Stellen Sie sicher, zu welchem Zeitpunkt eine fristgerechte Kündigung möglich ist. Anschließend vergleichen Sie mit anderen Autoversicherern. Sie können aber auch in einen anderen Tarif innerhalb einer Versicherungsgesellschaft wechseln. Der Vergleich lohnt sich ganz sicher.

Tipp: Bereiten Sie zur Verhandlung einen Vergleich mit einem Konkurrenzangebot vor. Versicherer sind in den meisten Fällen dann eher geneigt, Ihnen entgegen zu kommen.

2. Die neue Police unterschreiben

Papier mit Stift für UnterschriftHaben Sie sich für ein Angebot entschieden, können Sie die Kfz-Versicherung wechseln. Unterschreiben Sie den Vertrag, bevor Sie Ihre alte Police kündigen. Nur so sorgen Sie für einen lückenlosen Versicherungsschutz.

Tipp: Stellen Sie sicher, dass der neue Versicherer Ihnen die gewünschte Kaskoversicherung bietet. Dazu sind Versicherungsgesellschaften nämlich nicht verpflichtet.

3. Die alte Police kündigen

Police wird entferntErst wenn Sie Ihre neue Police unterschrieben haben, sollten Sie Ihrem bisherigen Versicherer Ihren Kündigungswunsch mitteilen. Fertigen Sie dazu ein formloses Schreiben mit den folgenden Informationen an:

  • Nummer des Versicherungsscheins
  • Amtliches Kennzeichen
  • Welche Versicherung soll gekündigt werden: Haftpflicht- oder Kaskoversicherung?
  • Kündigungsdatum

Was ist die eVB?

elektronische VersicherungsbestätigungDie eVB ist die elektronische Versicherungsbestätigung, durch die der Zulassungsbehörde für jedes Fahrzeug nachgewiesen wird, dass eine Kfz-Haftpflichtversicherung besteht. Ohne diese Pflichtversicherung darf in Deutschland kein Fahrzeug geführt werden. Wenn Sie die Autoversicherung wechseln, informiert der Versicherer das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über den Vertragsabschluss. Das KBA stellt anschließend die eVB aus.